Allgemeines zur Tieraromatherapie

 

Die Aromatherapie für Tiere hat in den letzten Jahren an Bedeutung und vor allem Beachtung gewonnen. Da sie sowohl eigenständig als auch in Begleitung anderer Therapieverfahren angewandt werden kann, ist sie bei vielen Laien und Therapeuten interessant geworden.

Wichtig ist, dass Aromatherapie für Menschen nicht einfach auf Tiere umgelegt werden kann. Tiere haben ihre eigenen Bedürfnisse und Besonderheiten – auch in der Aromatherapie. Die Tiere unterscheiden sich allein schon durch ihren Geruchssinn von uns Menschen. Hunde können z.B. die Maus unter der Erde riechen – für uns Menschen undenkbar. Somit ist es schön, wenn zwar eine Ausbildung im Humanbereich besteht, aber eben auch ein tiertherapeutischer Hintergrund vorhanden ist mit einem Grundverständnis der einzelnen Tierarten.

Wird die Aromatherapie bei Tieren verantwortungsvoll angewandt, ist sie eine wunderbare Therapieart oder auch Ergänzung zu anderen Verfahren, wie der Schulmedizin, der TCM, der Homöopathie, der Physiotherapie und weiteren. Da sie sich in der Regel auch gut mit anderen Methoden kombinieren lässt, ist es eine schöne Ergänzung für die Praxis und den Anwender selbst. Dabei beschränken sich ihre Einsatzmöglichkeiten nicht auf den psychischen Bereich, sondern sie kann wirklich therapeutisch, also auch bei bestimmten Krankheitsbildern effektiv eingesetzt werden. Und die Halter profitieren oft noch zusätzlich von der Aromatherapie – schließlich setzen sie diese in Form von Inhalationen, Massagen, etc. bei ihrem Tier ein und kommen damit auch in Kontakt.

Bestandteile der Aromatherapie für Tiere

Die Aromatherapie für Tiere setzt sich, wie beim Menschen, aus verschiedenen Teilen zusammen:

• fette Öle/Pflanzenöle

• Hydrolat/Pflanzenwässer

• ätherische Öle

Aromatherapie bei den verschiedenen Tierarten

Die Aromatherapie bei Tieren kann nicht bei allen Arten in gleicher Form angewandt werden. Grundsätzlich gibt es gut erforschte und weniger gut erforschte Arten. Zu Ersteren gehören Pferde, andere Huf- und Klauentiere sowie Hunde. Alle anderen Tierarten fallen in den Bereich, wo es noch nicht ausreichend Forschung gegeben hat, um wirklich sagen zu können, wie die Aromatherapie bei ihnen wirkt, was mögliche Vorsichtsmaßnahmen sein sollten und was womöglich gar nicht angewandt werden sollte.

Hunde

Sind gut erforscht. Hier muss man darauf achten, dass diese die angewandten Öle oder auch Hydrolate ablecken können und das ggf. unterbunden werden muss (z.B. durch einen Verband) und kritische Öle gar nicht erst genutzt werden.

Zudem macht es in der Therapie einen Unterschied, ob man einen kleinen oder großen Hund, einen nackten oder stark behaarten Hund behandelt. Das sollte bei den Dosierungen mit berücksichtig werden.

 

Katzen

Zu Katzen gibt es sehr viele unterschiedliche Aussagen, was die Aromatherapie bei ihnen angeht. Leider lassen sich nicht alle Aussagen zu einer Quelle zurückverfolgen, so dass man die näheren Umstände dieser klären könnte.

Grundsätzlich ist aber klar, dass Katzen eine Glucoronidierungsschwäche haben. Das heißt, der Leber fehlt ein Enzym, um bestimmte Stoffe im Körper zu verstoffwechseln. Folge davon ist, dass diese Stoffe entweder nur sehr langsam oder gar nicht im Körper bearbeitet werden und sich dann anlagern, was zu Vergiftungen führen kann. Wie schnell/langsam/überhaupt das bei Katzen (oder gar den unterschiedlichen Rassen) passiert, weiß man aber noch nicht. Da können nur theoretische Vermutungen angestellt werden.

Erfahrungen und praktische Anwendungen haben gezeigt, dass Katzen durchaus Aromatherapie vertragen und keinerlei direkte Schäden oder spätere zeigen. Vorausgesetzt, die Anwendung war in Dosierung und Dauer angepasst.

Die Aromatherapie bei Katzen muss also sehr vorsichtig eingesetzt und gut dokumentiert werden. Zudem sollten die Halter darüber aufgeklärt werden, dass es hierzu noch nicht genügend gesicherte Erkenntnisse gibt und es ein Versuch ist. Ist die Katze an Leber und/oder Nieren erkrankt, sollte ganz auf den Einsatz ätherischer Öle verzichtet werden. Hydrolate sind hier eine gute Alternative.

Und: bitte unbedingt auf die Reaktion der Katze achten! Diese wissen oft noch besser als Hunde, was ihnen guttut und was nicht. Lehnt die Katze die Aromatherapie also ab, dann ist das in Ordnung und wird auch akzeptiert.

Duft-Test

Auch Tiere sollten „gefragt“ werden, ob sie einen Geruch mögen oder nicht. Nur weil die menschliche Nase einen Duft gut findet, muss das noch lange nicht für den tierischen Begleiter ebenfalls zutreffen. Einerseits haben Tiere einfach einen viel besseren Geruchssinn, als wir Menschen und andererseits können auch Tiere ihre ganz eigenen Themen mit einem Duft oder gar eine Verknüpfung damit haben.

Angelika Wanninger  Hundephysiotherapie

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